Karl der Große: Karlspreismedaille (c) Stadt Aachen

Karls Zeitgenossen sprachen vom Vater Europas

Karl vergrößerte das fränkische Reich fast um das Doppelte. Auf dem Höhepunkt seiner Macht beherrschte er die wichtigsten Teile des untergegangenen weströmischen Reiches und trug den Titel der antiken Imperatoren. Seine Zeitgenossen nannten ihn den Pater Europae, den Vater Europas.

Gleichwohl gab es zur Zeit Karls noch keine Vorstellung einer europäischen Integration im heutigen Sinne. Allerdings wirken einige seiner Reformen überraschend modern, denn sie zielten auf die Schaffung einheitlicher Standards für ein Reich, in dem eine Vielzahl von Völkern mit unterschiedlichen Sprachen und Schriftarten, Währungen und Rechten, Sozialformen und Traditionen existierten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karl zu einem europäischen Symbol. Der Europarat würdigte ihn als Schlüsselfigur der europäischen Geschichte. In Aachen entstand der Internationale Karlspreis, der bis heute für Verdienste um die europäische Einigung verliehen wird.

Medaille der Karlspreisträger nach dem Vorbild eines mittelalterlichen Stadtsiegels
Aachen 1950

Der europäische Karl

„Er hatte Ausländer gern und nahm sich ihrer mit großer Sorgfalt an. Oft befanden sich so viele Fremde in seinem Palast und Reich, dass sie mit Recht lästig schienen. Doch ließ er sich – hochherzig wie er war – durch solche Störungen nicht anfechten.“

(aus: Einhard, Das Leben Karls des Großen, verfasst um 840)

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