Katschhof Aachen Südansicht zum Dom (c) Jörg Hempel, Aachen

Der Katschhof war der Innenhof der Aachener Pfalz Karls des Großen

Im Norden des Katschhofes erhob sich anstelle des heutigen Rathauses die Königshalle. Im Süden befand sich die Marienkirche, der heutige Dom. Zwischen diesen Gebäuden verlief ein Portikus, der den Hof nach Westen abschloss. Ein Teil dieses Verbindungsganges ist an der Südwestseite des Katschhofes noch erhalten. Auf der gegenüber liegenden Seite ging der Katschhof in den Bereich der römischen Thermen über, wo sich das Thermalbad Karls befand. Man nimmt an, dass auch die Wohnräume Karls am Katschhof lagen.

Der Pranger gab dem Katschhof seinen heutigen Namen

In späteren Jahrhunderten war der Katschhof an allen Seiten, auch zum Rathaus und zur Marienkirche hin, mit kleinen Wohnhäusern umbaut. An der Westseite befand sich die „Acht“, das Gebäude des Schöffengerichts. Viele Urteile wurden an einem Pranger vollstreckt. Dieser hieß allgemein „die Kaks“ und gab dem Katschhof seinen heutigen Namen. Zwischen „Acht“ und Rathaus stand seit dem 12. Jahrhundert eine Tuchhalle. Sie war ein wichtiger Ort im Wirtschaftsleben der Stadt, denn die Textilherstellung bildete einen prosperierenden Wirtschaftszweig der Stadt. Im 18. Jahrhundert baute der Stadtarchitekt Johann Joseph Couven die Tuchhalle zu einem Komödienhaus um.

Zwischen Prunk und Sachlichkeit

Ein Jahrhundert später reiften Überlegungen, das Rathaus zu modernisieren und anstelle des Komödienhauses ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten. Der 1903 vollendete und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Prunkbau des Architekten Friedrich Pützer griff auf Bauformen der Renaissance zurück. In der Nachkriegszeit erschien dieser Stil als rückwärtsgewandter Irrweg. Das Gebäude wurde daher nicht wiederaufgebaut, sondern durch einen Neubau nach Entwürfen von Gerhard Gaubner, einem der bedeutendsten Vertreter der Stuttgart Schule, ersetzt. Als prägendes Beispiel für die Architektur der Nachkriegszeit steht dieser Bau, der zwischen 1957 und 1960 entstand, unter Denkmalschutz. Die Aachener Architekten Jochen König und Thomas Croon integrierten ab 2009 das neue Stadtmuseum, das 2014 eröffnet wurde, in Graubners Architektur. Im Zuge dessen restaurierten sie die Fassade zum Katschhof und zur Ritter-Chourus-Straße aufwändig. Auf dem ehemaligen Vorplatz wurde ein vollständig verglaster Eingangsbereich geschaffen.

Station Geschichte
Centre Charlemagne

Das „Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen“ steht am Katschhof, dem früheren Innenhof der Pfalz zwischen Dom und Rathaus. Eine museale Ausstellung zeichnet die Geschichte Karls und die Entwicklung seiner Stadt nach. Das Centre ist zugleich der Ausgangspunkt zur Erkundung der übrigen Stationen der „Route Charlemagne“.

Geschichte des Katschhofes

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