Karlsbüste Domschatzkammer Aachen (c) Andreas Herrmann

Der einzigartige Kirchenschatz der Domschatzkammer

Aus der Pfalz Karls des Großen, der Zeit der Krönungen und der Tradition der Heiligtumsfahrten stammt ein einzigartiger Kirchenschatz, dessen kostbarste Stücke heute in der Domschatzkammer ausgestellt sind. Das älteste Stück ist ein römischer Sarkophag, der eine Szene aus der antiken Mythologie zeigt und in dem Karl der Große zunächst bestattet war. Aus der Aachener Hofschule Karls stammt auch ein aus Elfenbein geschnitzter Buchdeckel mit Szenen um die Auferstehung Jesu Christi. Mittelalterlichen Legenden zufolge haben noch einige weitere Teile des Domschatzes Karl gehört, darunter ein aus dem Stoßzahn eines Elefanten gefertigtes Jagdhorn. Sie sind jedoch erst nach Karls Tod entstanden.

Das bekannteste Kunstwerk des Domschatzes ist die Karlsbüste

Sie zeigt Karl als ideale und überzeitliche Herrschergestalt, die antike, deutsche und französische Traditionen vereint. Die Büste wurde um 1349 von Karl IV. gestiftet und birgt einen Teil des Schädels Karls des Großen. Während der Aachener Krönungszeremonie wurde sie dem einziehenden König entgegen getragen. Auf symbolische Weise begrüßte Karl der Große so seinen Nachfolger an den Toren der Stadt. Auch das Lotharkreuz, ein weiteres Meisterwerk mittelalterlicher Sakralkunst aus dem ausgehenden 10. Jahrhundert, hatte in der Krönungszeremonie seinen Platz.

Der Domschatz umfasst eine Vielzahl weiterer Sakralgegenstände wie zum Beispiel das markante Armreliquiar Karls des Großen oder den Krönungsmantel Karls IV. (Cappa Leonis) aus dem 14. Jahrhundert. Hinzu kommen Gemälde aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit sowie eine Abteilung zur Geschichte der Heiligtumsfahrten. Die Ausstellung wird mit Hilfe eines Audioguides erläutert.

Die Domschatzkammer ist über ein 1445 errichtetes Portal des Kreuzgangs zugänglich, das im Volksmund als "Kleines Drachenloch" bekannt war. Ein Teil des Figurenschmucks wurde im 19. Jahrhundert ergänzt.

Als Teil der Route Charlemagne ergänzt die Domschatzkammer das Thema „Religion“ und dokumentiert die sakrale Geschichte Aachens.

Karlsbüste (c) Andreas Herrmann
Lotharkreuz (c) Domkapitel Aachen / Ann Münchow
Detail des Lotharkreuzes (c) Domkapitel Aachen / Ann Münchow
Armreliquiar (c) Domkapitel Aachen / Ann Münchow
Detail eines Armreliquiars (c) Domkapitel Aachen / Ann Münchow
Jagdhorn (c) Domkapitel Aachen / Ann Münchow
Proserpina Sarkophag (c) Domkapitel Aachen / Pit Siebigs
Jagdmesserscheide (c) Domkapitel Aachen / Ann Münchow

Religion
Aachener Dom

Die Marienkirche Karls des Großen ist als Kernbau des Doms bis heute erhalten. Sie war ein sakrales Zentrum des karolingischen Reiches und wurde zur Krönungskirche der mittelalterlichen Könige. Im Rahmen der Route Charlemagne dokumentiert der Dom gemeinsam mit der Domschatzkammer und der Dominformation die Geschichte Aachens und das Thema „Religion“.

Aus der Pfalz Karls des Großen, der Zeit der Krönungen und der Tradition der Heiligtumsfahrten stammt ein einzigartiger Kirchenschatz, dessen bekannteste Stücke heute in der Domschatzkammer ausgestellt sind.

Domschatzkammer

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